Solarstrom als Mieter in der Schweiz. Was du wirklich tun kannst.
60% der Schweizer mieten. Bis Januar 2026 waren alle von Solarersparnissen ausgeschlossen — ausser ihr Gebäude hatte zufällig Panels. Das hat sich geändert. Hier ist, was das konkret für dich bedeutet.
Upgrid9 Min. LesezeitAktualisiert März 2026
Die Schweiz hat ein bekanntes Solar-Problem, über das kaum jemand spricht. Das Land hat viel Sonne — besonders im Süden — und hat in den letzten zehn Jahren Gigawatt an Dach-Solar zugebaut. Aber die Mehrheit der Schweizer konnte nicht davon profitieren. Nicht weil sie nicht wollten. Sondern weil sie mieten.
Solarpanels gehen auf Dächer. Dächer gehören Vermietern. Vermieter installieren Panels, wenn es sich für sie rechnet — was nicht immer mit günstigerem Strom für Mieter einhergeht. Und selbst wenn ein Gebäude Solar hat: Die Struktur eines ZEV (das alte Sharing-Modell) liess Mieter oft mit Preisen zurück, die sie nicht verhandeln konnten, und Verträgen, die sie nicht verstanden. Um zu sehen, wie sich die LEG mit ZEV- und vZEV-Modellen für Mieter vergleicht, lies unseren Vergleichsguide.
Die Lokale Elektrizitätsgemeinschaft — die LEG, seit April 2026 live — ändert die Gleichung. Nicht für Gebäudeeigentümer. Für Mieter.
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Was trifft am besten auf dich zu?
Das alte Problem: Solar war für Eigentümer
Vor 2026 gab es zwei Wege, wie ein Mieter theoretisch von Solarstrom profitieren konnte. Beide waren nicht besonders gut.
Option 1: Dein Gebäude hat einen ZEV
Ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) erlaubt Mietern in einem Gebäude mit Dach-Solar, diesen Solarstrom direkt zu beziehen statt vom Netzversorger. Das Problem: Dein Vermieter muss das eingerichtet haben, die Abrechnung managen und fair preisen. Das Schweizer Recht setzt eine Obergrenze (den lokalen Netztarif), aber nicht eine Untergrenze. In der Praxis variiert die ZEV-Preisgestaltung stark. Manche Mieter haben ein gutes Angebot. Andere bemerken, dass die «Solarersparnisse» nach Verwaltungskosten und Abrechnungsgebühren kleiner sind als erwartet.
Option 2: Ein «Ökostrom»-Produkt von deinem Versorger kaufen
Jeder Schweizer Stromversorger bietet Ökostrom-Produkte an — typischerweise als Naturstrom, Solarstrom oder ähnlich. Du zahlst einen Aufpreis auf den Standardtarif für eine zertifikatsbasierte Garantie, dass dein Strom aus erneuerbaren Quellen kommt. Der Haken: Du bekommst keinen günstigeren Strom. Du zahlst mehr für ein Label. Der Solarstrom fliesst durch dieselbe Infrastruktur wie dein Versorger — zum gleichen oder höheren Preis.
⚠️Die Lücke, über die niemand sprach
Dein Versorger kauft Solarstrom von Produzenten für etwa 6–8 Rp./kWh. Er verkauft dir «Solarstrom»-Produkte für 30+ Rp./kWh. Die Marge geht an den Versorger. Das war die einzige Option für Mieter bis Januar 2026.
Was die LEG wirklich für Mieter ermöglicht
Die Lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) ist ein neues Rechtsrahmenwerk, das seit Januar 2026 in Kraft ist. Es erlaubt, Solarstrom direkt zwischen Produzenten und Konsumenten zu handeln — innerhalb desselben Netzgebietes — ohne im gleichen Gebäude zu sein.
Für Mieter ist das der entscheidende Punkt: du brauchst deinen Vermieter nicht. Du brauchst keine Panels auf deinem Gebäude. Du musst deinen bestehenden Stromversorger nicht kündigen. Du trittst einer Gemeinschaft von Solarproduzenten und -konsumenten in deiner Nähe bei, und ein Teil deines Stromverbrauchs wird von Solarstrom aus dieser Gemeinschaft abgedeckt — zu einem vertraglich garantierten Tarif unter deinem aktuellen Netztarif.
ℹ️Was sich ändert, wenn du einer Upgrid-Gemeinschaft beitrittst
Dein bestehendes Verhältnis zum Stromversorger bleibt unverändert. Upgrid legt eine Gemeinschaftszuteilung darüber. Der Teil deines Verbrauchs, der mit Gemeinschafts-Solar gedeckt wird, wird zum tieferen Tarif abgerechnet. Der Rest bleibt weiterhin über deinen Versorger zum Standardtarif. Dein Vermieter muss nichts wissen. Keine neuen Zähler. Keine Installation. Kein Vertrag mit einem neuen Versorger.
Die Mythen, die Mieter davon abhalten zu handeln
Klicke auf einen Mythos, um zu sehen, warum er falsch ist. Du kannst auch unser interaktives Mythos-vs.-Fakt-Quiz machen, um dein Wissen über Schweizer Strom zu testen.
Falsch. Das LEG-Rahmenwerk hebt genau diese Voraussetzung auf. Du musst im gleichen Netzgebiet eines Netzbetreibers sein wie ein Solarproduzent — das ist eine geografische Bedingung (Kilometer), nicht dein eigenes Dach. 60% der Schweizer Mieter qualifizieren sich, ohne etwas zu besitzen oder zu installieren.
Falsch. Das revidierte StromVG gibt Konsumenten das Recht, einer LEG beizutreten — ohne Vermieter-Zustimmung. Dein Mietvertrag regelt deine Mietbedingungen — er kann dein Recht auf Teilnahme an einer Energiegemeinschaft nach Schweizer Bundesrecht nicht einschränken.
Falsch. Dein bestehendes Verhältnis zum Versorger bleibt unverändert. Upgrids LEG-Gemeinschaftszuteilung liegt darüber. Du bleibst Kunde deines lokalen Versorgers. Der LEG-Anteil ist eine separate, zusätzliche Abrechnung — kein Ersatz.
Teilweise falsch. Die Ersparnis skaliert mit dem Verbrauch — höhere Verbraucher sparen absolut mehr. Aber selbst eine kleine Einzimmerwohnung mit 2.000 kWh/Jahr spart typischerweise CHF 40–60/Jahr mit einer LEG-Zuteilung. Bei einer Familie mit 6.000 kWh sind es CHF 150–200/Jahr. Das summiert sich — und über Jahre hinweg.
Grosstenteils richtig. Die Solarproduktion läuft tagsüber, und die Gemeinschaftszuteilung ist höher, wenn deine Produzenten produzieren. Nachts und bei geringer Produktion fällt mehr deines Verbrauchs auf den Standard-Netztarif. Das ist eine ehrliche Einschränkung — kein Dealbreaker, aber gut zu wissen. Typische Abdeckungsraten von 30–60% pro Jahr sind realistisch für gut gematchte Gemeinschaften.
Was du tun musst — Schritt für Schritt
1
Prüfe, ob deine Adresse in einem abgedeckten Netzgebiet liegtUpgrid ist in bestimmten Netzgebieten in der Schweiz aktiv. Wenn du deine Adresse bei der Registrierung eingibst, bestätigt das System, ob eine Gemeinschaft in deinem Gebiet aktiv ist — oder setzt dich auf die Warteliste für den Start.
2
Registriere dich als Konsument (2 Minuten)Name, Adresse, geschätzter Verbrauch. Kein Zählerstand nötig. Keine Dokumente hochladen. Keine Kündigung erforderlich.
3
Upgrid übernimmt die Koordination mit dem NetzbetreiberUpgrid meldet deinem Netzbetreiber, dass du einer LEG-Gemeinschaft beitrittst. Das ist ein gesetzlicher Prozess nach StromVG — der Netzbetreiber kann nicht ablehnen. Du musst in diesem Schritt nichts tun.
4
Die Gemeinschaftszuteilung startet mit deinem nächsten AbrechnungszyklusAb dem Aktivierungsdatum wird der Teil deines Verbrauchs, der mit Gemeinschafts-Solar gedeckt wird, zum Gemeinschaftstarif abgerechnet — garantiert unter deinem Netztarif laut Vertrag. Der Rest läuft weiter normal über deinen bestehenden Versorger.
Wie viel könntest du sparen?
CHF 80–150
Typische jährliche Ersparnis für einen 4'500-kWh-Haushalt — variiert je nach Netzgebiet und Gemeinschaftsabdeckung.
Kostenloses Tool · 60 Sekunden · Keine Registrierung nötig
Was die LEG nicht kann (ehrlich zu den Grenzen)
Die LEG gibt dir keinen Zugang zu deinem gesamten Strom zu Gemeinschaftstarifen. Sie weist Gemeinschafts-Solar anteilig zu: Wenn die Solarproduktion deiner Gemeinschaft 40% des kombinierten Verbrauchs während der Tagesstunden deckt, werden etwa 40% deines Verbrauchs in dieser Zeit zum Gemeinschaftstarif abgerechnet. Nachts, im Winter oder bei hoher Nachfrage fällt mehr deines Verbrauchs auf den Standard-Netztarif.
In der Praxis deckt eine gut gematchte Gemeinschaft typischerweise 30–60% des Konsumentenverbrauchs zum Gemeinschaftstarif — abhängig vom Produzenten-Konsumenten-Verhältnis und saisonalen Schwankungen. Die Ersparnisse sind real, aber teilweise — kein vollständiger Ersatz deiner Stromrechnung.
Wenn dein Gebäude bereits einen ZEV hat: Kannst du trotzdem einer LEG beitreten?
Ja. Die beiden Modelle schliessen sich nicht aus. Dein ZEV operiert innerhalb deines Gebäudes und deckt die Solarproduktion auf Gebäudeebene. Deine LEG-Gemeinschaft operiert auf Nachbarschaftsebene. Ein Mieter, der bereits in einem Gebäude-ZEV ist, kann zusätzlich einer LEG beitreten — um Gemeinschafts-Solar von ausserhalb des Gebäudes für den Verbrauch zu nutzen, den der ZEV nicht deckt. Der kombinierte Effekt: mehr deines Gesamtverbrauchs zu unter-Netztarif-Preisen.
Häufig gestellte Fragen
Muss mein Vermieter zustimmen, wenn ich einer LEG beitrete?
Nein. Nach dem revidierten StromVG (Stromversorgungsgesetz) haben Konsumenten das Recht, einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft beizutreten. Dieses Recht ist unabhängig von der Zustimmung des Vermieters. Dein Mietvertrag kann Schweizer Bundesenergierecht nicht ausser Kraft setzen. Wenn du eine Mitteilung von deinem Vermieter erhältst, du könntest keiner LEG beitreten, liegt er falsch — und das Upgrid-Support-Team kann dir bei deinen Rechten helfen.
Was passiert, wenn ich umziehst?
Deine LEG-Mitgliedschaft ist an deinen Verbrauchspunkt (Adresse) gebunden, nicht an dich persönlich. Wenn du umziehst, meldest du Upgrid deine neue Adresse. Liegt die neue Adresse ebenfalls in einem abgedeckten Netzgebiet, wird deine Mitgliedschaft übertragen. Sonst kommst du auf die Warteliste für dein neues Gebiet. Es gibt keine Kündigungsgebühren bei Umzügen.
Kann ich beitreten, wenn mein Strom in der Miete inkludiert ist?
Wenn dein Strom als Teil der Nebenkosten abgerechnet wird und dein Vermieter den Versorger direkt bezahlt, ist der Verbrauchspunkt technisch das Gebäude, nicht deine einzelne Wohnung — was eine direkte LEG-Teilnahme erschwert. In diesem Setup ist die relevantere Frage, ob dein Gebäude als Konsument beitreten könnte — dazu kann Upgrid direkt beraten. Registriere dich und gib das im Notizfeld an.
Sehe ich wirklich einen Unterschied auf meiner Rechnung?
Deine Haupt-Stromrechnung bleibt unverändert — dein Versorger rechnet dir weiterhin deinen Verbrauch ab. Upgrid stellt eine separate monatliche Abrechnung aus, die den Gemeinschaftsanteil deines Verbrauchs zum Gemeinschaftstarif zeigt, abzüglich der Standard-Versorgergebühren für diesen Anteil. Um jede Position auf deiner Schweizer Stromrechnung zu verstehen, sieh dir unseren Rechnungsdecoder an. Der Nettoeffekt ist ein Guthaben oder ein tieferer effektiver Gesamtbetrag. Die meisten Mitglieder sehen jährliche Ersparnisse von CHF 80–150 — je nach Verbrauch, Abdeckungsrate und Tarif ihres Netzgebiets.
Du mietest. Du qualifizierst dich.
Registrierung dauert 2 Minuten.
Keine Panels. Keine Installation. Kein Vermieter. Kein Anbieterwechsel. Das erste Schweizer Solarersparnis-Modell, das speziell für Mieter gebaut wurde.