Schweizer Stromrechnung · 2026 erklärt

Deine Schweizer Stromrechnung.
Jede Position entschlüsselt.
Ist davon irgendetwas fair?

Im Januar 2026 kamen neue Positionen auf deine Schweizer Stromrechnung. Die meisten Menschen haben keine Ahnung, was sie bedeuten. Klicke auf jede Position und erhalte die verständliche Erklärung — plus ein ehrliches «ist das fair?»-Urteil.

Upgrid
7 Min. Lesezeit
Aktualisiert März 2026

Januar 2026. Du öffnest deine Stromrechnung. Etwas sieht anders aus. Da steht eine neue Position namens «Messtarif». Eine weitere namens «Solidarisierte Kosten». Der Gesamtbetrag ist etwas tiefer als letztes Jahr, aber du zahlst für Dinge, an die du dich nicht erinnerst, sie je bezahlt zu haben.

Du bist nicht allein. Die Umstrukturierung der Stromrechnung 2026 hat verändert, wie Schweizer Stromrechnungen aufgeschlüsselt werden — teilweise aus Transparenzgründen, teilweise weil neue nationale Kosten dazugekommen sind. Hier jede Position, ehrlich erklärt.

🧾 Interaktiver Rechnungs-Decoder
Klicke auf jede Position, um zu erfahren, was sie ist, wohin das Geld fliesst und ob sie gerechtfertigt ist.
Stromrechnung — Z\u00fcrich, 4-Personen-Haushalt, 6'500 kWh/Jahr (EWZ 2026)
Jahresabrechnung 2026
J\u00e4hrliche GesamtkostenCHF 1'937
EnergietarifEnergielieferung
CHF 78741%
Hinterfragen lohnt sich
Das ist der Preis, den dein Versorger für den Strom selbst verlangt. Beim EWZ-Tarif 2026 (~12,1 Rp./kWh Energiekomponente) zahlt ein 6’500-kWh-Haushalt rund CHF 787. Was nicht auf der Rechnung steht: Dein Versorger kauft Solarstrom von Produzenten zu ~6,8 Rp./kWh (Einspeisevergütung). Dir verrechnet er 12 Rp. Diese ~5 Rp. Differenz, multipliziert über Millionen kWh, ist strukturelle Marge auf einem unfreien Markt. Das LEG-Modell ermöglicht es, einen Teil deines Stroms an dieser Position vorbeizuleiten.
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NetznutzungNetznutzung / Transport
CHF 84544%
Grösstenteils gerechtfertigt
Die Kosten für den physischen Transport des Stroms zu dir nach Hause — Kabel, Transformatoren, Unterstationen, Wartung. In Zürich ist dieser Betrag vergleichsweise hoch wegen des unterirdischen Netzes. Ehrliche Einschätzung: Der Grossteil sind echte Infrastrukturkosten. Allerdings erzeugen zunehmende E-Mobilität und Dachsolaranlagen neue Investitionsbedarfe, die auf alle Verbraucher umgelegt werden — auch auf jene ohne E-Auto oder Solarpanels.
📏
MesstarifMesskosten — neue separate Position 2026
CHF 905%
Neu 2026 (war vorher versteckt)
Die Position ist neu — die Kosten nicht. Der Messtarif deckt den Betrieb deines Stromzählers: Installation, Wartung, Datenerfassung, Smart-Meter-Upgrades. Vor 2026 war das in der Netznutzung versteckt. Ab 2026 verlangt das Schweizer Recht (StromVG Art. 17a), dass es separat ausgewiesen wird. Das EWZ berechnet CHF 7.46/Monat inkl. MwSt. — ein Fixbetrag unabhängig vom Verbrauch. Wer wenig Strom verbraucht, spürt diese Position prozentual am stärksten.
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NetzzuschlagBundesabgabe für erneuerbare Energien
CHF 1508%
Fair — finanziert Erneuerbare
Eine nationale Abgabe von 2,3 Rp./kWh, festgelegt vom Bundesrat. Finanziert neue Anlagen für erneuerbare Energien (Solar, Wind, Kleinwasserkraft), ökologische Verbesserungen an Wasserkraftwerken und Energieeffizienzprogramme. Das ist tatsächlich das, was es vorgibt zu sein. Bei 6’500 kWh/Jahr kostet es rund CHF 150. Wohin das Geld fliesst, lässt sich in den veröffentlichten Jahresberichten von Pronovo nachprüfen.
StromreserveWinterreserve
CHF 271.4%
Kontextabhängig
0,41 Rp./kWh (gegenüber 0,23 Rp. in 2025) finanziert die Schweizer Notreserve: zurückgehaltene Wasserkraft für den Winter, Reservekraftwerke, Notgeneratoren. Der Anstieg erklärt sich teilweise dadurch, dass der Gesamtverbrauch gesunken ist — die gleichen Fixkosten verteilen sich auf weniger kWh. Ob das fair ist, hängt von deiner Sicht auf Energiesicherheitspolitik ab — aber das Geld finanziert, was es verspricht.
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Solidarisierte KostenSolidarisierte Kosten — neu 2026
CHF 30.2%
Neu 2026 — gemischter Zweck
Ein neuer Zuschlag von 0,05 Rp./kWh für zwei Dinge: Netzverstärkung für die Energiewende (wirklich nötig) und vorübergehende Staatshilfe für die Schweizer Stahl- und Aluminiumindustrie. Bei 6’500 kWh sind das etwa CHF 3/Jahr — die kleinste Position auf deiner Rechnung. Der Betrag ist minimal, aber die Stahlsubvention ist politisch umstritten; es lohnt sich zu wissen, dass du dafür zahlst.
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GemeindeabgabenKommunale Abgaben — Zürich
CHF 351.8%
Variiert je nach Gemeinde
Zürich erhebt eine Konzessionsgebühr für öffentliche Beleuchtung, Energiepolitik und kommunale Dienstleistungen. Der Tarif variiert stark über die Schweiz — manche Gemeinden verlangen nichts, Zürich rund 0,54 Rp./kWh. Dieses Geld geht an die Stadt, nicht ans EWZ. Den genauen Tarif deiner Gemeinde findest du auf der ElCom-Preisvergleichsseite unter strompreis.elcom.admin.ch.
Energietarif 41%
Netznutzung 44%
Messtarif 5%
Netzzuschlag 8%
Stromreserve 1.4%
Solidarisierte Kosten 0.2%
Gemeindeabgaben 1.8%