Smart Meter Schweiz 2026:
Pflicht, Rollout-Stand &
Kosten erklärt
Bis Ende 2027 müssen 80% aller Schweizer Stromzähler durch Smart Meter ersetzt sein — eine gesetzliche Pflicht nach StromVV Art. 31e. Wo wir 2026 stehen, was das bei BKW, EKZ und anderen Verteilnetzbetreibern konkret bedeutet, wer bezahlt — und warum Smart Meter die technische Voraussetzung jeder LEG-Mitgliedschaft sind.
Das Wichtigste in 60 Sekunden
- Ein Smart Meter ist ein digitaler Stromzähler, der den Verbrauch in 15-Minuten-Intervallen erfasst und die Daten verschlüsselt an deinen Verteilnetzbetreiber übermittelt. Definiert in StromVV Art. 8a.
- Pflicht seit dem 1. Januar 2018. Bis Ende 2027 müssen mindestens 80% der Zähler in jedem Netzgebiet die Anforderungen erfüllen (StromVV Art. 31e).
- Stand Sommer 2025 lag die Schweiz bei rund 50% nationaler Abdeckung — mit grossen regionalen Unterschieden (BFE).
- Der Verteilnetzbetreiber zahlt die Installation (~CHF 250 pro Gerät). Du zahlst nur den laufenden Messtarif — seit Januar 2026 separat ausgewiesen auf der Stromrechnung (StromVG Art. 17a).
- Voraussetzung für die LEG-Mitgliedschaft. Ohne 15-Minuten-Messung keine Lokale Elektrizitätsgemeinschaft.
Wo du deine Zählernummer findest
Ob du dich für eine Upgrid LEG registrierst, ein Kundenportal öffnest oder eine Rechnungsfrage klärst — du wirst nach einer von zwei Kennungen aus deinem Stromsetup gefragt: der Zählernummer (eine kurze Seriennummer, typischerweise 6–10 Ziffern) oder der Messpunkt-ID (die lange Kennung, die mit CH beginnt). Beide stehen auf jeder Schweizer Stromrechnung.
Faustregel: Upgrid braucht die Messpunkt-ID (mit CH-Präfix). Kundenportale und Rechnungsanfragen nehmen meistens die kürzere Zählernummer. Im Zweifel kopiere beide.
Drei Orte, an denen du sie findest:
So sieht der Zählerinformations-Block auf einer typischen Schweizer Stromrechnung seit 2026 aus:
Stromlieferung
Anna Müller
Beispielstrasse 12
3000 Bern
Nr. 2026-074-3812
Datum: 15. Okt 2026
Periode: 01.07. – 30.09.2026
| Zählernummer | 87654321 |
| Messpunkt-ID | CH1009002000000000000000087654321 ← brauchst du für Upgrid |
| Zählertyp | Smart Meter |
| Installiert seit | 14. März 2025 |
| Position | Menge | Tarif | CHF |
|---|---|---|---|
| Energie — Hochtarif (HT) | 820 kWh | 11.50 Rp./kWh | 94.30 |
| Energie — Niedertarif (NT) | 320 kWh | 9.00 Rp./kWh | 28.80 |
| Netznutzung | 1'140 kWh | 10.80 Rp./kWh | 123.12 |
| Messtarif — separat ausgewiesen seit 2026 | 3 Monate | — | 18.60 |
| Bundesabgaben + KEV | 1'140 kWh | 2.30 Rp./kWh | 26.22 |
| MWST 8.1% | — | — | 23.57 |
| Total | CHF 314.61 | ||
Verwechsle die beiden nicht. Die Zählernummer ist die Seriennummer des physischen Geräts — sie ändert sich, wenn du einen neuen Zähler bekommst. Die Messpunkt-ID ist die permanente 33-stellige Kennung deines Anschlusses, beginnend mit CH — sie bleibt für die Lebensdauer des Gebäudes gleich und folgt dem SDAT-CH-Standard, den alle Schweizer Verteilnetzbetreiber verwenden.
Für die Upgrid LEG-Registrierung brauchen wir die Messpunkt-ID — die lange mit CH-Präfix. Sie zeigt auf deinen Anschluss unabhängig vom konkreten Zähler, sodass wir immer genau wissen, welchen Haushalt wir aufnehmen.
Was ist ein Smart Meter?
Ein Smart Meter (auf Deutsch auch intelligenter Stromzähler oder intelligentes Messsystem) ist ein digitaler Stromzähler, der deinen Verbrauch in 15-Minuten-Intervallen erfasst und die Daten verschlüsselt an deinen Verteilnetzbetreiber übermittelt. Das Stromversorgungsgesetz (StromVG Art. 17abis) definiert ihn als Messeinrichtung, die bidirektionalen Datenaustausch unterstützt und den tatsächlichen Energiefluss zeitlich aufgelöst erfasst.
Der Unterschied zum alten Ferraris-Zähler: Dieser mechanische Zähler wurde manuell ein- bis zweimal pro Jahr abgelesen. Der Smart Meter überträgt die Daten automatisch — und macht Anwendungen möglich, die vorher unmöglich waren: Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG), dynamische Tarife, Lastmanagement.
Was er nicht ist: kein IoT-Gerät im Konsumentensinn. Die Übertragung läuft über die Stromleitung selbst (Powerline / PLC) oder über dedizierte Schmalband-Funknetze — nicht über dein Heim-WLAN. Er beeinflusst deinen Stromverbrauch nicht und verursacht keine neuen Kosten über das gesetzlich Geregelte hinaus.
Drei rechtliche Verankerungen definieren, was ein Smart Meter in der Schweiz ist und tut: StromVG Art. 17abis (Definition auf Gesetzesebene), StromVV Art. 8a (technische Anforderungen) und StromVV Art. 8b (METAS-Zertifizierung für Datensicherheit). Zusammen setzen sie den Mindeststandard für jedes Gerät, das in deinem Gebäude installiert wird.
Die Pflicht — wer, wann, warum
Die Schweizer Smart-Meter-Pflicht besteht seit dem 1. Januar 2018, als die revidierte StromVV in Kraft trat. Rechtliche Grundlage ist StromVV Art. 8a (technische und funktionale Anforderungen) im Zusammenspiel mit Art. 31e (Rollout-Zeitplan).
Die zentrale Pflicht liegt bei den Verteilnetzbetreibern, nicht bei dir. Nach StromVV Art. 31e muss jeder VNB sicherstellen, dass bis zum 1. Januar 2028 (Ende 2027) mindestens 80% der Messstellen in seinem Netzgebiet die neuen Anforderungen erfüllen. Die verbleibenden 20% dürfen bis zu ihrem natürlichen Lebensende auf konventionellen Zählern bleiben.
Smart Meter bei deinem Verteilnetzbetreiber — BKW, EKZ, EWZ & andere
Die Abdeckung variiert dramatisch je nach Verteilnetzbetreiber. CKW hat den Rollout im April 2024 abgeschlossen, EKS bis Ende 2025 — beide vor dem gesetzlichen Termin. EKZ in Zürich liegt bei ~83% und vor dem Zeitplan. BKW befindet sich mit deutlich grösserem Territorium im Massenrollout und peilt Ende 2028 für den Abschluss an. Unten findest du den verifizierten Stand für die VNB, nach denen unsere Leser am häufigsten fragen — wähle deinen aus dem Selector.
BKW — Bern + 7 Kantone Massenrollout
BKW (BKW Energie AG) führt nach eigenen Angaben «den grössten Smart-Meter-Rollout der Schweiz» durch. Das Massenaustauschprogramm startete im August 2024 mit Installationspartner cablex AG, einer Tochtergesellschaft von Swisscom.
- ~100'000 Smart Meter installiert bis Herbst 2025; Tempo ~500 Geräte pro Tag mit rund 70 Mitarbeitenden, davon 44 Installateure (BKW-Blog, Okt 2025).
- Gerätetyp: Kamstrup OMNIPOWER®, Direktmessungsvariante, bei allen Niederspannungs-Haushalten.
- Kommunikation: Powerline / Mobilfunk-Hybrid je nach Standort.
- Benachrichtigung: proaktiv — BKW schreibt den Kundinnen und Kunden vor dem Austauschtermin.
- Gesamtziel & Fertigstellung:400'000+ Smart Meter über das gesamte BKW-Territorium, Abschluss anvisiert für Ende 2028 — ein Jahr nach dem nationalen Termin, eigene Entscheidung der BKW aufgrund der Territoriumsgrösse.
- Geschätzte Abdeckung:~25–30% Stand Herbst 2025 (100'000 von 400'000+), Tempo 500 Geräte/Tag.
EKZ — Kanton Zürich, ~520'000 Haushalte Vor dem Zeitplan
Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich gehören zu den am weitesten fortgeschrittenen Rollouts der Schweiz. Laut EKZ-Geschäftsbericht waren rund 83% der Zähler in der jüngsten Berichtsperiode bereits ersetzt (zitiert via EVP Zürich, Mai 2025).
- Kommunikation: Powerline (PLC) primär; Viertelstunden-Lastgangdaten werden ins zentrale EKZ-IT-System geladen (EKZ Eigenstrom X Produktblatt 2026).
- Dynamische Tarife: EKZ hat 2026 dynamische Netznutzungs- und Energietarife lanciert — ein Smart Meter ist die Voraussetzung.
- Status-Portal: über myEKZ — du kannst prüfen, ob deine Adresse bereits migriert wurde.
- Implikation für LEG: Im EKZ-Gebiet sind die meisten Mitglieder bereits smart-gemessen. Das Onboarding in eine Upgrid LEG geht schnell.
EWZ — Stadt Zürich + Verteilnetz Graubünden, ~300'000 Zähler Auf Kurs für 2027
EWZ (Teil der Stadtverwaltung Zürich) ersetzt alle konventionellen Zähler in zwei Netzgebieten — der Stadt Zürich und dem von EWZ betriebenen Netz im Graubünden — bis 2027. Das Tempo liegt bei rund 40'000–60'000 Zählern pro Jahr (EWZ).
- Kommunikation: primär ewz.zürinet Glasfaser; Mobilfunk oder ADSL, wo keine Glasfaser verfügbar ist.
- Ausschreibung 2026–2028: EWZ beschafft Smart Meter in drei Varianten (RS-485, PLC, RS-485 + Mobilfunk) — Beschaffung läuft bis 2030.
- Kundenportal: mein ewz zeigt Privatkunden den Verbrauch des Vortages.
- Stand: im aktiven Massenrollout, alle konventionellen Zähler in der Stadt Zürich und im EWZ-Netz Graubünden werden bis Ende 2027 ersetzt — kostenlos für die Kundschaft.
CKW — Centralschweizerische Kraftwerke, Zentralschweiz Rollout abgeschlossen
CKW hat seinen Rollout im April 2024 abgeschlossen — dreieinhalb Jahre vor dem gesetzlichen Termin 2027. 185'000 Smart Meter wurden in der Zentralschweiz ausgerollt (Luzern + Teile von OW/NW/SZ/UR/ZG), was zum damaligen Zeitpunkt den grössten Einzelabschluss eines VNB darstellte.
- Ausrollung:185'000 Smart Meter über das gesamte Territorium.
- Kommunikation: moderner Funk — Ablesungen erfolgen vollständig ferngesteuert, keine Vor-Ort-Termine nötig.
- Für LEG-Mitglieder: Jede Kundin und jeder Kunde der CKW ist bereits smart-gemessen, das Onboarding über Upgrid läuft sofort und ohne Installationswartezeit.
IWB — Industrielle Werke Basel ~63%+ (zuletzt 2023 publiziert)
IWB Basel war einer der frühesten Schweizer Pioniere — der Rollout begann 2013, mehr als ein Jahrzehnt vor dem Inkrafttreten der gesetzlichen Pflicht. Lieferant ist INTEGRA Metering; cablex hat zudem Glasfaser-Fernauslesung in Teilen des Netzes umgesetzt.
- Auf deiner IWB-Rechnung: Der Zählerblock heisst Messpunkte, nicht Zählernummer — dort steht deine Nummer.
- Kommunikation: hybrid — Glasfaser, wo das Gebäude angeschlossen ist (über cablex realisiert), sonst Funk.
- Abdeckung: IWB nannte zuletzt etwas über 63% der Kundinnen und Kunden mit Smart Meter — Herbst 2023 (Blick, Okt. 2023, Angabe im Rahmen der Kassensturz-VNB-Umfrage). Im Geschäftsbericht erscheint kein aktualisierter Rollout-Stand; bei rund 5'000 Zählerwechseln pro Jahr (IWB via BzBasel) dürfte die Quote seitdem gestiegen sein — Status per Rechnung, Zähler oder IWB-Servicecenter prüfen.
EKS — Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen Rollout abgeschlossen
EKS hat seinen Rollout bis Ende 2025 abgeschlossen — Landis+Gyr Smart Meter an rund 60'000 Messpunkten in Schaffhausen plus die grenzüberschreitende EKS-Lieferung nach Süddeutschland. Die Ausrollung lief in Phasen von jeweils etwa 8'000 Zählern.
- Kommunikation: Mobilfunk.
- Möglich gemacht 2026: EKS ist von jährlicher auf quartalsweise Abrechnung umgestiegen und hat einen optionalen flexiblen Tarif neben dem festen Einheitstarif lanciert — beides ohne Smart Meter nicht möglich.
- Für LEG-Mitglieder: Jede Kundin und jeder Kunde der EKS ist bereits smart-gemessen, das Onboarding über Upgrid läuft sofort.
Die Schweiz hat rund 590 Verteilnetzbetreiber. Die grössten decken den Grossteil der Haushalte ab, aber kleine Stadtwerke (EWN, EWS, EW Romanshorn, dutzende weitere) unterliegen denselben StromVV-Pflichten. Das 80%-Ziel gilt pro Netzgebiet — dein VNB muss es erfüllen, unabhängig von der Grösse. Frag direkt nach oder schau in den Geschäftsbericht.
Was kostet ein Smart Meter — und wer zahlt?
Die kurze Antwort: Die Installation ist für dich gratis. Die Kosten trägt der Verteilnetzbetreiber und legt sie über den regulierten Netznutzungstarif um — die ElCom schätzt den Smart Meter inkl. Installation auf rund CHF 250 pro Gerät, verteilt auf alle Netznutzer.
Was du bezahlst, ist der Messtarif. Seit dem 1. Januar 2026 wird diese Position auf jeder Stromrechnung separat ausgewiesen — eine Transparenzpflicht, die mit StromVG Art. 17a im Rahmen der Mantelerlass-Reform eingeführt wurde. Davor waren diese Kosten innerhalb der Netznutzungsgebühren eingebettet.
| Position | Was du zahlst |
|---|---|
| Smart-Meter-Gerät + Installation | CHF 0 — getragen vom Verteilnetzbetreiber |
| Jährlicher Messtarif | ~CHF 74/Jahr im Durchschnitt (nationaler H4-Referenzhaushalt, 4'500 kWh — ≈1.65 Rp./kWh). Tatsächliche Spanne CHF 60–100/Jahr je nach VNB und Verbrauchsprofil. |
| Aktivierung Kundenschnittstelle (eigene Daten auslesen) | Typischerweise CHF 0; einige VNB verlangen eine einmalige Einrichtungsgebühr |
| Wenn du den Smart Meter ablehnst | CHF 90–120/Jahr Mehrkosten (ElCom-Richtwert, manuelles Ablesen) |
Was der Messtarif abdeckt: Zählerablesung, Gerätewartung, Datenübertragung und -speicherung. Was er nicht abdeckt: deinen tatsächlichen Stromverbrauch — der bleibt auf den separaten Energiekosten-Positionen deiner Rechnung.
Datenschutz & Sicherheit
Smart-Meter-Daten unterliegen sowohl dem Bundesgesetz über den Datenschutz als auch dem strengeren Regime der Schweizer Stromversorgungsverordnung. Drei Schutzmechanismen sind am wichtigsten:
Smart Meter und LEG — warum eines das andere braucht
Eine Lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) funktioniert nur mit 15-Minuten-Daten. Jeder Teilnehmer — Produzent wie Konsument — muss präzise genug gemessen werden, damit Solarstrom für jede Viertelstunde fair innerhalb der Community verteilt werden kann. Der Smart Meter ist das, was das möglich macht. Ohne Smart Meter keine LEG-Mitgliedschaft.
In der Praxis: In Regionen mit fortgeschrittenem Rollout (EKZ, Teile von EWZ und BKW; vollständig: CKW, EKS) ist dein Smart Meter wahrscheinlich bereits installiert. Der Beitritt zu einer Upgrid LEG erfolgt dann sofort. In Regionen, die noch hochfahren, hat der VNB eine gesetzliche Verpflichtung, auf Anfrage einen Smart Meter zu installieren — deine LEG-Anmeldung löst diese Anfrage aus, und Upgrid koordiniert den Termin mit dem VNB kostenlos für dich.
1. Über Upgrid für die LEG registrieren (~2 Minuten). 2. Wir prüfen über den VNB-Datenaustausch, ob deine Adresse bereits einen Smart Meter hat. 3. Wenn ja, startest du in der nächsten Abrechnungsperiode. 4. Wenn nicht, stellen wir den Installationsantrag und koordinieren den Termin mit dem VNB — typischerweise innerhalb von 3 Monaten gemäss StromVV Art. 31e.
Häufige Fragen
Bereit, deinen Smart Meter zu nutzen —
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Egal ob dein Smart Meter bereits installiert ist oder noch aussteht — Upgrid übernimmt die VNB-Koordination. Zwei Minuten zur Registrierung.
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