Die ersten lokalen Energiegemeinschaften
gehen live.
Was passiert jetzt wirklich?
Seit Januar konnte man sich anmelden. Seit April können die ersten Gemeinschaften tatsächlich Solarstrom lokal handeln. Wenn du registriert bist oder es vorhast — hier steht, was auf dich zukommt: die erste Rechnung, der 40%-Rabatt in CHF, und was passiert wenn die Sonne nicht scheint.
Am 1. Januar 2026 öffnete die Anmeldung. Aber «Anmeldung offen» bedeutete nicht «Strom fliesst». Das Gesetz schreibt eine dreimonatige Aufbauzeit vor — Zeit, um Smart Meter zu installieren, Messkonzepte zu validieren, Abrechnungssysteme einzurichten. Erst jetzt, im April, können die allerersten Gemeinschaften tatsächlich Solarstrom lokal handeln — unter dem LEG-Rahmengesetz.
Das ist kein bürokratisches Detail. Es ist der Moment, auf den du gewartet hast.
Wie der Startschuss abläuft — Schritt für Schritt
Bevor der erste Solarstrom durch die LEG fliesst, passieren hinter den Kulissen einige Dinge. Nicht kompliziert — aber wichtig zu verstehen, damit du weisst, warum es die drei Monate braucht.
Zwei Rechnungen statt einer — das musst du wissen
Das ist der Punkt, der viele überrascht: Eine LEG ändert nicht, wer deine Netzrechnung schickt. Du bleibst Kundin oder Kunde deines Netzbetreibers. Was sich ändert: Es kommt eine zweite Rechnung dazu — von Upgrid — für den Solarstrom aus der Gemeinschaft.
Dein Netzbetreiber rechnet Netznutzung, Messung und Reststrombedarf ab. Upgrid rechnet den LEG-Solarstrom ab. Beide zusammen ergeben deine tatsächliche Stromrechnung. Im Netto zahlst du weniger als vorher — weil der Netzrabatt und der günstigere LEG-Preis die Differenz mehr als ausgleichen.
Was der Netzrabatt in echten Franken bedeutet
40% Netzrabatt klingt gut. Aber 40% von was? Das wird selten erklärt — und kann verwirrend sein, wenn man sich die einzelnen Posten der Stromrechnung anschaut. Hier ist es konkret.
Der Rabatt gilt ausschliesslich auf die Netznutzungsgebühr — und nur auf den Anteil des Stroms, den du tatsächlich aus der LEG beziehst. Nicht auf die Energiekomponente, nicht auf Abgaben, nicht auf Swissgrid-Entgelte. Nur auf den Netzanteil des lokalen Stroms. Laut ElCom-Tarifdaten 2026 liegt die Netzkomponente im Schweizer Median bei 10.75 Rp./kWh.
Was passiert, wenn die Sonne nicht scheint?
Die Frage stellt sich jede und jeder. Zu Recht.
Eine LEG ist kein Inselnetz. Du bist und bleibst am öffentlichen Stromnetz angeschlossen. Wenn deine Gemeinschaft gerade keinen Solarstrom produziert — nachts, bei Regen, im Winter — beziehst du automatisch Netzstrom vom Netzbetreiber. Zum regulären Tarif. Ohne Unterbruch, ohne Umstellen, ohne dass du etwas tun musst.
“Die Sonne liefert die Einsparung. Das Netz liefert die Sicherheit. Beides gleichzeitig.”
Wer verwaltet was — und wer ist für was verantwortlich?
In einer LEG gibt es mehrere Akteure. Damit es nicht verwirrend wird, hier die klare Aufteilung:
| Aufgabe | Netzbetreiber | Upgrid (LEG-Operator) |
|---|---|---|
| Netzanschluss & Versorgungssicherheit | ✓ | – |
| Smart Meter Installation & Betrieb | ✓ | – |
| Rechnung für Netznutzung & Reststrom | ✓ | – |
| Netzrabatt (40% / 20%) berechnen | ✓ | – |
| Solarstrom-Zuordnung in 15-Min-Intervallen | – | ✓ |
| LEG-Rechnung stellen | – | ✓ |
| Produzentenvergütung auszahlen | – | ✓ |
| Teilnehmerliste & Neumitglieder | – | ✓ |
Als Mitglied einer Upgrid-LEG musst du dich um nichts davon kümmern. Das ist der Punkt. Du erhältst zwei Rechnungen — und die Gesamtsumme ist kleiner als vorher. Wie sich die LEG von anderen Gemeinschaftsmodellen wie ZEV oder VZEV unterscheidet, zeigt unser detaillierter Vergleich von ZEV, LEG und VZEV.
40% oder 20% Netzrabatt — wovon hängt es ab?
Nicht jede Gemeinschaft erhält 40%. Der Rabatt hängt von der Netztopologie ab — also davon, über wie viele Transformatorstationen der Strom innerhalb der LEG fliesst.
40% Rabatt: Alle Teilnehmenden sind an der gleichen Transformatorstation angeschlossen — der Strom fliesst nur auf einer Netzebene.
20% Rabatt: Mehrere Transformatorstationen sind beteiligt — der Strom überquert eine Netzebene mehr.
Du musst das nicht selbst herausfinden. Upgrid prüft die Netztopologie vor der Anmeldung und kommuniziert klar, welcher Rabatt für deine Gemeinschaft gilt. Viele Gebäude in städtischen Lagen erhalten 40% — weil Nachbarn oft an der gleichen Station hängen.
Die häufigsten Fragen — beantwortet
Was das in der Praxis bedeutet — ein Beispiel
Nehmen wir eine 4-köpfige Familie in Baar (Kanton Zug), 5-Zimmer-Wohnung, Jahresverbrauch rund 5'500 kWh. Sie sind Teil einer LEG mit 12 Haushalten, einem Produzenten mit 15-kW-Anlage auf dem Dach desselben Gebäudes. Alle hängen an der gleichen Transformatorstation: 40% Netzrabatt.
Beispielrechnung. Basis: Zug Netztarif 23.01 Rp./kWh (ElCom-Median 2026), Netzkomponente 10.75 Rp./kWh (CH-Median). LEG-Strompreis angenommen bei ~10 Rp./kWh. Individuelle Einsparungen hängen von Netzbetreiber, Produktionsanteil und konkreter Netztopologie ab.
Was jetzt kommt — für die LEG-Bewegung in der Schweiz
April 2026 ist kein Ende. Es ist ein Anfang. Die ersten Gemeinschaften, die jetzt starten, sind Pionierinnen und Pioniere — ihre Abrechnungsdaten, ihre Erfahrungen, ihre Fragen formen, wie das System für alle danach aussehen wird.
Swissolar setzt sich politisch dafür ein, den maximalen gesetzlich möglichen Netzrabatt von 60% auszuschöpfen — aktuell sind es 40% bzw. 20%. Für Solarproduzenten bedeutet die LEG zudem deutlich höhere Einnahmen als die Einspeisevergütung. Je mehr LEGs aktiv sind, je mehr Daten zeigen, dass lokaler Verbrauch das Netz entlastet, desto stärker wird das Argument. Jede Gemeinschaft, die jetzt startet, macht die nächste einfacher.
Du bist bereits registriert? Upgrid informiert dich direkt über den Aktivierungszeitpunkt und die erste Rechnung — kein Nachfassen nötig.
Du bist noch nicht registriert? Die Anmeldung ist offen. Wer sich jetzt anmeldet, kann frühestens im Juli 2026 starten. Berechne deine Einsparungen in 30 Sekunden — Link unten.
Bereit, wenn die Sonne
über deinem Quartier scheint?
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