Strompreise Schweiz, 2010–2026: die Grafik, die dein Versorger dir nicht zeigt.
Deine Rechnung ist in 16 Jahren um 73% gestiegen. Solaranlagen bekamen die ganze Zeit rund 6 Rappen pro kWh. Hier sind alle Jahresdaten — und was sich 2026 endlich ändert.
Upgrid7 Min. LesezeitAktualisiert März 2026
Die Schweiz hat rund 590 Stromnetzbetreiber. Jeder setzt seinen eigenen Tarif. Keiner ist verpflichtet zu zeigen, wie dieser Tarif im Vergleich zum Betrag ist, den er Solaranlagen für exakt dieselbe Kilowattstunde zahlt.
Wir haben es trotzdem gemacht. Hier sind 16 Jahre Schweizer Haushalts-Strompreise neben 16 Jahren Einspeisevergütung — dem Preis, den Netzbetreiber Produzenten zahlen, wenn diese ihren Überschuss ins Netz einspeisen. Die Fläche zwischen den beiden Linien ist die Lücke. Dein Geld. Ihre Marge.
Was du zahlst vs. was Solaranlagen bekommen — 2010 bis 2026
Schweizer Median-Haushaltstarif vs. Einspeisevergütung (KEV) — Quelle: ElCom, BAFU/Pronovo
Du zahlst (2026)
27.7 Rp.
Median-Netztarif
Produzenten erhalten
~6.8 Rp.
Einspeisevergütung
Lücke (Peak 2024)
25.6 Rp.
pro kWh abgeschöpft
Was du zahlst (Netztarif)Was Produzenten erhaltenDie Lücke — behalten vom Netz
Quellen: ElCom-Medienmitteilungen (Haushaltstarif, H4-Profil, 4’500 kWh/Jahr). BAFU/Pronovo publizierte KEV-Sätze. 2024–2026 bestätigt via offizielle ElCom-Medienmitteilungen. Gelbe Zone = Energiekrise 2022–24. Grüne Zone = LEG ab 2026 verfügbar.
Der Schock 2024: +44% in einem Jahr
Die Schweizer Strompreise stiegen seit 2010 stetig — rund 1–2% pro Jahr, kaum spürbar auf der Rechnung. Dann kam 2024. Der Median-Haushaltstarif sprang von 22.0 auf 32.1 Rp./kWh. Eine Steigerung von 44% innerhalb von zwölf Monaten.
Der Grund: Netzbetreiber kaufen Strom auf dem Grosshandelsmarkt Monate oder Jahre im Voraus. In der Energiekrise 2022 schnellten die Grosshandelspreise in die Höhe. Betreiber, die Verträge zu Krisenpreisen abgeschlossen hatten, wälzten die vollen Kosten 2024 auf die Konsumenten ab — als die Krise längst vorüber war. Du hast für eine Krise bezahlt, die bereits Geschichte war.
❌Was das für einen typischen Haushalt bedeutete
Eine 4-Zimmerwohnung mit 4’500 kWh/Jahr sah ihre Jahresrechnung von rund CHF 990 im Jahr 2023 auf CHF 1’446 im Jahr 2024 steigen — CHF 456 mehr ohne jede Änderung beim Verbrauch. Die Solaranlage auf dem Nachbardach bekam für denselben Strom weiterhin 6.5 Rp./kWh.
Die Preise sind seitdem zurückgegangen. ElCom bestätigte den Median 2025 bei 29.0 Rp./kWh, und 2026 sinkt er weiter auf 27.7 Rp./kWh, da die Kriseneinkaufsverträge auslaufen. Aber «Rückgang» ist relativ. Der Preis 2026 liegt immer noch 73% über 2010. Und die Einspeisevergütung beträgt immer noch 6.8 Rp./kWh.
«Die Preise ‘sinken’ auf ein Niveau, das immer noch fast fünfmal so hoch ist wie das, was Produzenten erhalten. Das ist keine Korrektur. Das ist das System, das genau so funktioniert, wie es konzipiert wurde.»
Warum die Einspeisevergütung wichtig ist — und warum darüber niemand spricht
Die Schweizer Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) ist seit 2009 der wichtigste Mechanismus zur Vergütung von Solarproduzenten. Im Jahr 2026 erhalten kleine Wohngebäudeanlagen rund 6.8 Rp./kWh für ins Netz eingespeisten Strom.
Diese Zahl ist seit 16 Jahren relativ stabil. Sie stieg von rund 4.5 Rp. im Jahr 2010 auf heute 6.8 Rp. — ein Anstieg von 51%. Dein Haushaltstarif stieg im gleichen Zeitraum um 73%.
Das Ergebnis: Die Lücke zwischen dem, was du zahlst, und dem, was die Panels deines Nachbarn einbringen, hat sich in jedem einzelnen Jahr der Schweizer Solarexpansion vergrössert, nicht verkleinert. Im Jahr 2010 betrug die Lücke 11.5 Rp./kWh. Im Jahr 2026 sind es 20.9 Rp./kWh. Auf dem Höhepunkt 2024 erreichte sie 25.6 Rp./kWh.
11.5
Lücke 2010 (Rp./kWh) — der Ausgangspunkt
25.6
Lücke 2024 — schlechtestes Jahr der Geschichte
20.9
Lücke heute 2026 — immer noch grösser als 2010
Die Schweiz hat 590 Netzbetreiber. Dein Preis hängt von deiner Postleitzahl ab.
Der nationale Median liegt bei 27.7 Rp./kWh. Aber diese Zahl verdeckt enorme regionale Unterschiede. Zwischenbergen im Wallis zahlt 9.5 Rp./kWh — eines der günstigsten in Europa. Lützelflüh im Kanton Bern zahlt bis zu 56 Rp./kWh. Gleiches Land, gleiche nationale Netzinfrastruktur. Sechsmal der Preis.
Diese Fragmentierung ist ein strukturelles Merkmal, kein Fehler. Jeder der rund 590 Verteilnetzbetreiber setzt seinen eigenen Tarif basierend auf eigener Beschaffungsstrategie, Infrastrukturkosten und Eigenkapitalrendite. Du hast keine Wahl beim Anbieter. Du zahlst, was sie verlangen.
Oder zumindest war das so bis 2026.
Was die LEG ändert — und warum 2026 der Wendepunkt ist
Das revidierte Stromversorgungsgesetz (StromVG), in Kraft seit Januar 2026, führt Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) ein. Zum ersten Mal können Solarproduzenten ihren Überschuss direkt an Nachbarn im gleichen Netzgebiet verkaufen — vollständig an der Einspeisevergütung vorbei.
Statt ins Netz zu 6.8 Rp./kWh einzuspeisen, verkaufen Produzenten lokal zu 15–25 Rp./kWh. Statt vom Netz zu 27.7 Rp./kWh einzukaufen, beziehst du von der Gemeinschaft zu einem garantiert tieferen Tarif. Die Lücke — diese 20 Rp., die das Netz 16 Jahre lang behält hat — wird zwischen den Menschen umverteilt, die den Strom wirklich produzieren und verbrauchen.
ℹ️Konkret bedeutet das
Ein Produzent, der bisher CHF 340/Jahr verdiente (5’000 kWh zu 6.8 Rp.), verdient nun CHF 850–1’250/Jahr mit demselben Strom. Der Investitionsfall für Solar hat sich komplett verändert. Das ändert das Schwungrad: mehr Produzenten installieren, mehr Angebot fliesst in Gemeinschaften, mehr Konsumenten zahlen weniger.
LEG-Einsparungen nach Netzbetreiber — finde deinen
Die genaue Ersparnis hängt von deinem Netzbetreiber ab. Unten sind alle aktuell auf Upgrid aktiven Anbieter mit Konsumenteneinsparung und Produzenten-Mehrwert gegenüber dem Standardtarif. Sortierbar nach dem, was dir wichtiger ist.
LEG-Einsparungen nach Netzbetreiber
Konsumenteneinsparung und Produzenten-Mehrwert pro kWh — Quelle: Upgrid LEG-Preisdaten 2026
EKS
Konsument spart3.19 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+3.36 Rp./kWh
EBL
Konsument spart2.91 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+1.67 Rp./kWh
Repower
Konsument spart2.38 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+1.87 Rp./kWh
Primeo Energie
Konsument spart2.35 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+4.78 Rp./kWh
Winterthur
Konsument spart2.25 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+3.77 Rp./kWh
Viteos
Konsument spart2.22 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+0.77 Rp./kWh
SGSW
Konsument spart2.14 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+1.62 Rp./kWh
AVAG
Konsument spart1.98 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+6.29 Rp./kWh
EOR
Konsument spart1.88 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+3.41 Rp./kWh
Gruppe E
Konsument spart1.84 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+4.61 Rp./kWh
BKW
Konsument spart1.81 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+0.33 Rp./kWh
Stäfa
Konsument spart1.79 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+2.62 Rp./kWh
EKZ
Konsument spart1.72 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+1.42 Rp./kWh
ESB
Konsument spart1.66 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+7.45 Rp./kWh
SAK
Konsument spart1.45 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+5.34 Rp./kWh
CKW
Konsument spart1.30 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+2.97 Rp./kWh
ELAG
Konsument spart0.91 Rp./kWh
Produzent verdient zusätzlich+6.27 Rp./kWh
Alle Werte in Rp./kWh, inkl. MwSt. Indikativ — tatsächliche Einsparungen hängen von Gemeinschaftsgrösse und Verbrauchsprofil ab. Quelle: upgrid.ch/de/leg-pricing
So trittst du einer Energiegemeinschaft bei — und warum früh wichtig ist
Die Gemeinschaften, die sich jetzt bilden, werden bei der vollständigen LEG-Einführung die grösste Angebotsbasis haben. Frühe Mitglieder werden zuerst zugeteilt, sichern ihren Tarif am frühesten und profitieren am längsten vom Zinseszinseffekt des Gemeinschaftswachstums.
Online registrieren — 2 Minuten. Kein Papierkram, kein Aussendienstbesuch, keine Anbieterkündigung.
Zugeteilt werden — Upgrid weist dich der nächsten Energiegemeinschaft in deinem Netzgebiet zu.
Ab 2026 — du erhältst einen Teil deines Stroms aus dieser Gemeinschaft zu einem garantiert tieferen Tarif, separat abgerechnet.
Dein Hauptanbieter bleibt — er deckt, was die Gemeinschaft nicht liefern kann. Du hast immer Strom.
Du zahlst weniger — garantiert in deinem Vertrag. Keine versteckten Klauseln.
«Die Schweiz hat 8 GW installierte Solarkapazität und eine Einspeisevergütung, die Produzenten ein Viertel von dem zahlt, was Konsumenten zahlen. Dieses Ungleichgewicht endet 2026.»
Noch ein Grund, warum deine Rechnung nicht sinken wird: Was gerade passiert
Die 73%-Preissteigerung seit 2010 war bereits durch strukturelle Monopolpreise eingefroren. Aber gerade jetzt, im März 2026, kommt eine neue Schicht obendrauf — und sie hat nichts mit Schweizer Netzbetreibern zu tun.
Ein US-israelischer Militärkonflikt mit dem Iran hat Schiffslieferungen durch die Strasse von Hormuz de facto zum Erliegen gebracht — durch die rund 20% des globalen Öls und Gases fliessen. Katar — Lieferant von etwa einem Fünftel des weltweiten LNG — hat die Produktion infolge iranischer Drohnenangriffe eingestellt. Die europäischen und asiatischen Erdgaspreise haben sich dadurch in den letzten Wochen etwa verdoppelt. Schweizer Strompreise folgen den europäischen Grosshandels-Gaspreisen mit Verzögerung — der volle Effekt auf Haushaltsrechnungen dürfte erst Ende 2026 oder Anfang 2027 ankommen.
Erschwerend kommt hinzu: Europa ist mit Gasspeichern bei nur 29% in das Jahr 2026 gestartet — deutlich unter dem historischen Durchschnitt — nach einem kalten Januar und reduziertem russischem Angebot. Und Trumps Zölle auf Solarkomponenten und Stahl bremsen genau die neuen erneuerbaren Kapazitäten, die den Nachfragedruck sonst absorbieren würden.
ℹ️Der strukturelle Punkt
Jeder geopolitische Schock seit 2021 hat sich in Schweizer Stromrechnungen niedergeschlagen. Der Ukraine-Krieg trieb den Sprung 2024. Der Iran-Konflikt baut sich gerade auf. Jede Krise trifft dich umso härter, je mehr du von fossilgekoppelten Netzpreisen abhängig bist. Lokale Solargemeinschaften sind strukturell davor geschützt — der Preis für Sonnenlicht ändert sich nicht, wenn Katar die LNG-Produktion einstellt.
Wir schreiben gerade einen ausführlichen Artikel darüber, wie die Geopolitik von 2026 — Trumps Handelskrieg, der Nahost-Konflikt und Europas Fossilabhängigkeit — die Energiepreise auf dem Kontinent neu gestaltet. Bald im Upgrid Blog →
Häufige Fragen zu Schweizer Strompreisen und LEG
Warum variieren die Strompreise in der Schweiz so stark zwischen Gemeinden?
Die Schweiz hat rund 590 unabhängige Verteilnetzbetreiber, die Tarife basierend auf eigenen Infrastrukturkosten, Beschaffungsstrategie und Gewinnvorgaben festlegen. Da Haushalte ihren Anbieter nicht wählen können, sind die Preise auf lokaler Ebene praktisch unreguliert — ElCom kann eingreifen, tut dies aber meist nur bei Extremfällen. Das Ergebnis: Preise zwischen unter 10 Rp./kWh und über 50 Rp./kWh im selben Land.
Werden die Schweizer Strompreise 2026 und danach weiter sinken?
ElCom prognostiziert den nationalen Median 2026 bei 27.7 Rp./kWh, ein Rückgang von 4% gegenüber 2025. Der Haupttreiber ist das Auslaufen teurer Beschaffungsverträge aus der Energiekrise 2022. Ab 2026 kommen jedoch neue Kosten hinzu — darunter solidarisierte Netzausbaubeiträge und erhöhte Winterreservekosten — die jeden weiteren Rückgang bremsen werden. Die meisten Analysten erwarten eine Stabilisierung im Bereich 26–29 Rp. bis 2028.
Was ist die Schweizer Einspeisevergütung (KEV) und wie wird sie berechnet?
Die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) — heute über das System der Einmalvergütung (EIV) abgewickelt — entschädigt Solarproduzenten für ins Netz eingespeisten Strom. Für kleine Wohnanlagen beträgt der aktuelle Satz rund 6.8 Rp./kWh. Dieser wird national vom Bundesamt für Energie (BAFU) und Pronovo festgelegt, unabhängig von dem, was lokale Netzbetreiber Konsumenten berechnen. Das 2026 eingeführte LEG-System erlaubt Produzenten, diesen Satz vollständig zu umgehen und direkt innerhalb ihrer Gemeinschaft zu verkaufen.
Deine Postleitzahl sollte nicht bestimmen, wie viel du zuviel zahlst.
Registriere dich für eine Upgrid-Energiegemeinschaft. 2 Minuten. Einsparungen ab 2026 garantiert. Dein Anbieter bleibt — nur dein Tarif ändert sich.