Dynamische Stromtarife 2026: Was sich ändert — und warum Solargemeinschaften jetzt gewinnen.
Ab 2026 dürfen Netzbetreiber Strom teurer machen, wenn alle gleichzeitig brauchen. Kein Netzbetreiber hat es bisher eingeführt. Aber es kommt. Wer jetzt einer Solargemeinschaft beitritt, ist strukturell geschützt — egal was der Tarif kostet.
Upgrid RedaktionApril 20269 Min. Lesezeit
Stell dir vor, dein Strom kostet morgens um 7 Uhr das Doppelte wie nachts um 3. Und du weisst das erst am Abend vorher. So funktioniert ein vollständig dynamischer Stromtarif. Klingt unfair? Aus Netzperspektive macht es Sinn. Aus Konsumentenperspektive: Es kommt darauf an, wo dein Strom herkommt.
Ab 2026 können Schweizer Netzbetreiber erstmals umfassende dynamische Netzentgelte einführen. Noch hat es niemand gemacht. Aber die gesetzliche Grundlage ist da — und die Anreize werden grösser, je mehr Wärmepumpen und Elektroautos ans Netz kommen. Um das Gesamtbild der Schweizer Strompreise 2026 zu verstehen, lies unsere Preisübersicht. Dieser Artikel erklärt, was das ist, wer betroffen sein wird, und warum du als LEG-Mitglied heute schon die richtige Entscheidung getroffen hast.
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Netzbetreiber hat per April 2026 einen dynamischen Tarif eingeführt. Noch nicht. Aber das Gesetz ist da, die Technik ist da, der Anreiz wächst. Wer wartet, reagiert. Wer jetzt in eine Solargemeinschaft einsteigt, ist vorbereitet.
Was «dynamischer Tarif» wirklich bedeutet
Heute zahlst du für jede Kilowattstunde Strom ungefähr gleich viel — egal ob du sie nachts um 3 oder montags um 8 verbrauchst. Das Netz wird so kalkuliert, als würde der Maximalverbrauch immer stattfinden. Alle zahlen dafür. Auch die, die kaum Strom im Stosszeiten verbrauchen.
Das ändert sich mit dynamischen Tarifen. Der Gedanke: Wenn viele Leute gleichzeitig Strom brauchen — und gleichzeitig das Netz belasten — sollte das höhere Kosten verursachen. Wer seinen Verbrauch verlagert (Geschirrspüler nachts, Elektroauto am Wochenende), zahlt weniger. Wer zur Stosszeit verbraucht: mehr.
Der entscheidende Unterschied
Es gibt zwei Arten von dynamischen Tarifen: Netzentgelte (was du fürs Leitungsnetz zahlst) und Energiepreise (was die Energie selbst kostet). Unser Rechnungs-Decoder erklärt diese Komponenten im Detail. Das Gesetz erlaubt ab 2026 dynamische Netzentgelte. Bei der Energie bestimmen die Versorger. Beides kann zusammen variieren — und bei manchen Anbietern passiert das bereits.
📊 Wie dynamische Preise über den Tag variieren könnten
Wähle einen Wochentag und sieh, wann Strom teurer würde — und wann die Sonne am meisten produziert. Illustrativ, kein realer Tarif.
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Günstig (Niedertarif)
Mittel
Teuer (Spitzentarif)
Montag: Klassischer «Doppelgipfel» — Morgenspitze (07–09 Uhr) und Abendspitze (18–20 Uhr). Mittagstief oft günstig. LEG-Mitglieder: Die Mittagssonne deckt genau das Mittagstief — und schützt gegen beide Spitzen.
Illustratives Modell basierend auf typischen Lastprofilen. Kein realer Netztarif. Schweizer Netzbetreiber haben per April 2026 noch keinen dynamischen Tarif eingeführt. ElCom: «End customers are still guaranteed a choice.»
Warum das Netz diesen Wandel braucht
Die Schweiz elektrifiziert sich. Wärmepumpen ersetzen Ölheizungen. Elektroautos ersetzen Verbrenner. Die Schweiz elektrifiziert sich schnell. An kalten Winterabenden, wenn alle gleichzeitig Wärmepumpe und Elektroauto betreiben, steigt die lokale Netzlast auf Werte, für die das heutige Netz nicht ausgelegt ist.
Zwei Möglichkeiten: Das Netz massiv ausbauen — teuer, dauert Jahre. Oder den Verbrauch steuern, damit die Last weniger extrem ausfällt. Dynamische Tarife sind das Instrument für Letzteres. Das ist keine Theorie, das ist europäische Energiepolitik — und das Stromabkommen Schweiz–EU unterstreicht diese Richtung.
Ab 2026 müssen dynamische Tarife mit Standard-Lastprofilen vergleichbar sein — du kannst nicht gezwungen werden, auf einen unvorteilhaften Tarif zu wechseln. Aber die Option existiert, und Anreize für freiwilligen Wechsel werden wachsen.
«Wer steuert, wann er Strom braucht, zahlt weniger. Wer es nicht kann — zahlt mehr. LEG-Mitglieder haben die dritte Option: Sie beziehen lokalen Solarstrom, wenn die Sonne scheint.»
Was ab Mitte 2026 zusätzlich passiert — der Spotmarkt-Wechsel
⚡
Gesetzliche Änderung — Mitte 2026
Feed-in-Vergütung wechselt zum stündlichen Spotmarktpreis
📉
Bisher: Solaranlagen wurden zum vierteljährlichen Referenzmarktpreis vergütet — geglättet, planbar, aber nicht marktgerecht.
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Ab Mitte 2026: Vergütung erfolgt zum stündlichen Spotmarktpreis im Moment der Einspeisung. Wenn mittags viel Solar ins Netz fliesst — und der Preis deshalb tief ist — gibt es weniger.
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Der Anreiz: Speichern, wenn Preise tief (mittags, viel Solar). Verbrauchen oder verkaufen, wenn Preise hoch. Das schafft starken Anreiz für Batterien und lokalen Verbrauch.
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Für LEG-Produzenten: Statt viel zu produzieren und wenig zu verdienen (Feed-in mittags tief), verkaufen sie lokal innerhalb der Gemeinschaft — zum vereinbarten LEG-Preis. Unabhängig vom Spotmarkt.
Wer ist stärker betroffen — wer weniger?
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Mehr Exposure
Haushalt ohne Flexibilität, ohne LEG
Kein Elektroauto, keine Batterie, keine Wärmepumpe mit Zeitsteuerung. Verbraucht Strom wann er ihn braucht. Bei dynamischen Tarifen zahlt er zur Spitzenzeit mehr — ohne Gegenstrategie.
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Im Vorteil
LEG-Mitglied mit lokalem Solarstrom
Bezieht mittags Solarstrom direkt aus der Gemeinschaft — genau dann, wenn Netzstrom am günstigsten wäre sowieso. Abends: Netzstrom, aber der LEG-Rabatt auf Netznutzung bleibt. Kein Exposure auf Preisspitzen beim Solaranteil.
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Teils betroffen
Solaranlage ohne LEG — Feed-in
Produziert mittags viel, speist ins Netz. Ab Mitte 2026: Vergütung zum stündlichen Spotmarkt — mittags oft niedrig (zu viel Solar im Netz). Lokal zu verkaufen wäre besser. Deshalb ist die LEG für Produzenten genauso interessant wie für Verbraucher.
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Optimal
LEG-Produzent mit lokalem Handel
Verkauft Solarstrom innerhalb der Gemeinschaft zum vereinbarten Preis — unabhängig vom stündlichen Spotmarkt. Höhere, stabilere Vergütung als Feed-in. Genau das Modell, für das das Gesetz gemacht wurde.
Wie das für deinen Haushalt konkret aussieht
🏠 Wie stark bist du betroffen?
Wähle deine Situation — wir zeigen dir, was das bedeutet.
Was der Netzrabatt in der Praxis schützt
Ein Aspekt wird oft vergessen: Der 20–40%-Netzrabatt in der LEG ist nicht nur eine Ersparnis. Er ist auch ein struktureller Schutz gegen dynamische Netzentgelte.
Wenn Netzbetreiber künftig dynamische Netzentgelte einführen — teurer zur Spitzenstunde, günstiger nachts — wirkt der LEG-Rabatt auf den gesamten lokalen Anteil, unabhängig von der Tageszeit. Das bedeutet: Der Solarstrom, den du aus der Gemeinschaft beziehst, kostet auch in der Spitzenstunde keinen dynamischen Aufschlag auf den Netzanteil. Du zahlst den LEG-Preis — nicht den dynamischen Normaltarif.
Einfach gesagt
Dynamische Tarife bestrafen unflexiblen Verbrauch zur Spitzenzeit. LEG-Mitglieder beziehen zur Mittagszeit Solarstrom — genau dann, wenn Netzstrom ohnehin günstig wäre. Der LEG-Rabatt macht den Schutz noch stärker.
Kurz: Wer einer Solargemeinschaft beitritt, ist strukturell im Vorteil gegenüber dynamischen Tarifen — für den Solaranteil. Das Netz zahlst du weiterhin, aber mit Rabatt.
Was du jetzt konkret tun kannst
Du musst nicht auf dynamische Tarife warten, um zu handeln. Der richtige Zeitpunkt ist jetzt — nicht weil Panik angebracht ist, sondern weil die LEG heute Gesetz ist und die Einsparungen sofort beginnen.
1
Einsparungen berechnen: Gib deine Adresse ein und sieh in 30 Sekunden, welche Gemeinschaft in deiner Gemeinde verfügbar ist und wie viel du sparst. Kostenlos, unverbindlich.
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Anmelden: Upgrid übernimmt die gesamte Koordination mit dem Netzbetreiber, die Smart Meter-Prüfung, die Anmeldung. Du unterschreibst. Upgrid macht den Rest.
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Warten (weniger als du denkst): Einrichtungszeit 3 Monate. Dann startet deine LEG auf den nächsten Monatsersten. Ab dann: günstigerer Strom, jeden Monat.
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Strukturell im Vorteil bei dynamischen Tarifreformen: Egal was Netzbetreiber in den nächsten Jahren einführen — dein lokaler Solaranteil trägt den Netzrabatt. Nicht befreit, aber deutlich günstiger als ohne LEG.
Was sich bis Ende 2026 noch verändert
Das Energiejahr 2026 ist kein Ende — es ist ein Umbruch. Neben den dynamischen Netzentgelten und dem Spotmarkt-Wechsel bei Feed-in kommen noch weitere Änderungen, die du im Auge behalten solltest.
Auf dem Radar — zweites Halbjahr 2026
Spotmarkt-Wechsel Feed-in: Ab Mitte 2026 stündliche Vergütung statt vierteljährlichem Referenzmarktpreis. Wichtig für Produzenten in und ausserhalb von LEGs.
Winterstrombonus: Neue Anlagen ab 100 kW erhalten Bonus für Winter-Ertrag über 500 kWh/kW — zusätzlicher Anreiz für alpine Solaranlagen.
70%-Einspeise-Limit: Ab 2026 national gesetzlich vorgeschrieben für neue Anlagen — kein Ermessen der Netzbetreiber. Stärkerer Anreiz für lokalen Verbrauch und damit für LEGs.
All das zeigt in dieselbe Richtung: Lokaler Verbrauch wird wertvoller. Einspeisung wird weniger attraktiv. Die LEG ist seit April 2026 live — sie ist die Gegenwart, die diese Zukunft schon antizipiert.
70%
Einspeisegrenze für neue Solaranlagen — national gesetzlich vorgeschrieben ab 2026, nicht nur einzelne Netzbetreiber. Strom, der nicht eingespeist werden darf, muss lokal verbraucht werden. Genau dafür ist die LEG gemacht.
Dynamische Tarife kommen. Deine Einsparung auch.
Berechne jetzt, was die Solargemeinschaft in deiner Gemeinde kostet — und was sie spart. Bevor die Tarife sich ändern.
Quellen: ElCom Tarifdaten und Tarifreformen 2026 (elcom.admin.ch); immo-invest.ch Zusammenfassung ElCom-Medianen 2026; Swissolar — Was gilt neu ab 2026 (swissolar.ch, Januar 2026); StromVV Art. 19h (Netzrabatt); StromVG Art. 17d/17e (LEG-Rahmen); Gosmartsolution.ch — neue PV-Regeln 2026 (Januar 2026); Photovoltaik.eu — neue PV-Regeln 2026 (Januar 2026). Angaben ohne Gewähr, gesetzliche Details können sich ändern.