ZEV Schweiz 2026:
Zusammenschluss zum
Eigenverbrauch erklärt
Was ist ein ZEV, was kostet er, wer darf mitmachen — und wann lohnt sich stattdessen eine LEG? Der vollständige Guide für Hauseigentümer, Vermieter und Mieter. Mit interaktivem Sparrechner und Entscheidungstool.
Suchst du einen vollen Vergleich aller drei Modelle? → ZEV vs. LEG vs. vZEV — vollständiger Vergleich →
ZEV steht für Zusammenschluss zum Eigenverbrauch. Mehrere Parteien am selben Ort, zum Beispiel die Wohnungen eines Mehrfamilienhauses, nutzen gemeinsam den Solarstrom vom eigenen Dach. Gegenüber dem Netzbetreiber treten sie als ein einziger Kunde auf, intern wird der Strom über eigene Zähler verteilt und abgerechnet. Den ZEV gibt es seit 2018. Seit 2025 ist zusätzlich der virtuelle ZEV (vZEV) möglich, seit 2026 die lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG). Lohnt sich ein ZEV noch? Für wen? Und wann ist etwas anderes besser?
Dieser Artikel beantwortet diese Fragen — ehrlich und mit echten Zahlen.
Was ist ein ZEV? Eine klare Definition
Ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) ist ein rechtlicher Zusammenschluss mehrerer Verbrauchseinheiten innerhalb eines Gebäudes oder Grundstücks, die gemeinsam eine Solaranlage betreiben und deren Strom intern verteilen.
Die wichtigsten Merkmale:
Wer kann ein ZEV bilden?
ZEV ist nicht für alle geeignet. Die Voraussetzungen stehen im Energiegesetz und in der Energieverordnung:
| Voraussetzung | Detail |
|---|---|
| Eigene Produktion | Die Leistung der Solaranlage muss mindestens 10 % der Anschlussleistung des Zusammenschlusses betragen (EnV Art. 15). |
| Gleicher Ort der Produktion | Das Grundstück mit der Anlage, plus angrenzende Grundstücke, sofern der Strom dort ohne das Verteilnetz verbraucht wird (EnV Art. 14). Seit 2025 dürfen auch Anschlussleitung und Netzanschlusspunkt mitgenutzt werden (vZEV). |
| Mehrere Endverbraucher | Mindestens zwei Parteien, zum Beispiel Wohnungen, Gewerbe oder Miteigentümer (EnG Art. 17) |
| Schriftliche Vereinbarung | Mindestens festgehalten: wer den ZEV nach aussen vertritt, wie gemessen und abgerechnet wird, und welches Stromprodukt extern bezogen wird (EnV Art. 16) |
| Meldung an den Netzbetreiber | Gründung, Vertretung und teilnehmende Mieter drei Monate im Voraus melden (EnV Art. 18) |
| Interne Messung | Jede Partei braucht eine eigene Messung, damit verbrauchsabhängig abgerechnet werden kann (empfohlen: Smart Meter) |
ZEV-Anlage und Schema: So fliesst der Strom
Eine ZEV-Anlage besteht aus wenigen Bausteinen. Entscheidend ist, dass der Netzbetreiber nur noch einen Zähler für das ganze Gebäude abliest, den Hauptzähler. Alles dahinter organisiert der ZEV selbst.
Scheint die Sonne, versorgt die Anlage zuerst alle Parteien im Haus. Reicht der Solarstrom nicht, kommt der Rest über den Hauptzähler aus dem Netz. Produziert die Anlage mehr, als das Haus gerade braucht, fliesst der Überschuss über denselben Zähler ins Netz und wird vergütet. Für den intern verbrauchten Solarstrom fällt kein Netznutzungsentgelt an, weil er das öffentliche Netz nie berührt.
Wie funktioniert die ZEV-Abrechnung?
Das ist die Frage, die am meisten Verwirrung stiftet. Die Logik ist aber einfacher als sie klingt:
Wie viel darf ein ZEV für Solarstrom verlangen?
Seit dem 1. Januar 2025 regelt die Energieverordnung genau, was Eigentümer ihren Mieterinnen und Mietern für den internen Solarstrom verrechnen dürfen (EnV Art. 16b). Sie haben zwei Möglichkeiten:
| Methode | Was gilt |
|---|---|
| Pauschale | Höchstens 80 % dessen, was die Mieterin ohne ZEV für dieselbe Strommenge bezahlen würde |
| Effektive Kosten | Die tatsächlichen Kosten der Anlage, abzüglich der Erlöse aus der Einspeisung. Obergrenze: 100 % des Preises ohne ZEV. Liegen die Kosten darunter, darf zusätzlich die Hälfte der Differenz verrechnet werden. |
Der extern bezogene Strom wird zu den effektiven Kosten weiterverrechnet (EnV Art. 16a). Die Kosten für die Einführung des ZEV trägt der Eigentümer selbst. Er darf sie nicht direkt auf die Mieterschaft überwälzen (EnG Art. 17 Abs. 4).
Eine Wohnung verbraucht 2'500 kWh im Jahr. Angenommen, die Solaranlage deckt davon 1'000 kWh. Als Preis ohne ZEV rechnen wir mit dem ElCom-Median 2026 von 27.7 Rp./kWh; massgebend ist in der Praxis der Tarif des lokalen Netzbetreibers.
Solarstrom zur Pauschale von höchstens 80 %: 1'000 kWh × 22.16 Rp. = CHF 221.60
Netzstrom zu den externen Kosten: 1'500 kWh × 27.7 Rp. = CHF 415.50
Total mit ZEV: CHF 637.10 statt CHF 692.50 ohne ZEV, also CHF 55.40 weniger im Jahr.
Für den Eigentümer bringt dieselbe Kilowattstunde 22.16 Rp. statt rund 6 Rp. Einspeisevergütung. Darum lohnt sich ein ZEV vor allem dort, wo ein grosser Teil des Solarstroms im Haus selbst verbraucht wird.
Was kostet ein ZEV? Aufwand und ROI
Bei einem ZEV (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch) in der Schweiz rechnest du mit zwei Kostenblöcken: einmalig vor allem Sub-Zähler (oft Smart Meter), allfällige Elektrik, Beratung und—falls nötig—die PV-Anlage; laufend vor allem Abrechnung (eigener Aufwand) oder ein Abrechnungsdienstleister, damit Eigentümer und Mieterinnen und Mieter in einem Mehrfamilienhaus korrekt abgerechnet werden. Die Tabellen folgen typischen Schweizer Richtwerten 2026 für ZEV-Kosten; für den ROI lohnen sich anschliessend konkrete Offerten pro Liegenschaft. Wichtig für Vermieter: Die Einführungskosten dürfen nicht direkt auf die Mieten überwälzt werden (EnG Art. 17 Abs. 4).
Einmalige Kosten
| Posten | Typische Kosten Schweiz |
|---|---|
| Sub-Zähler pro Einheit (Smart Meter) | CHF 200–500 pro Einheit |
| Elektriker / Verkabelung (falls nötig) | CHF 500–2,000 (gebäudeabhängig) |
| Beratung / Konzept | CHF 500–1,500 (einmalig) |
| PV-Anlage (falls noch nicht vorhanden) | CHF 1,200–1,700/kWp (inkl. Montage, Swissolar 2026) |
Laufende Kosten
| Posten | Kosten pro Jahr |
|---|---|
| Abrechnungsaufwand (selbst gemacht) | 10–20 Stunden |
| Abrechnungsdienstleister (z.B. UpGrid) | CHF 200–600/Jahr (gebäudeabhängig) |
| Wartung PV-Anlage | CHF 100–300/Jahr |
Vor- und Nachteile eines ZEV
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Kein Netznutzungsentgelt auf Solarstrom, der im Haus verbraucht wird | Der Eigentümer ist für die Stromversorgung aller Teilnehmenden verantwortlich (EnG Art. 17 Abs. 2) |
| Mehr Ertrag pro kWh als bei der Einspeisung: bis 80 % des lokalen Tarifs pauschal statt rund 6 Rp. | Interne Messung und Abrechnung sind Aufwand, selbst oder über einen Dienstleister |
| Ein einziger Kunde gegenüber dem Netzbetreiber; ab 100 MWh Verbrauch pro Jahr steht der freie Strommarkt offen | Die Einführungskosten trägt der Eigentümer, sie dürfen nicht direkt auf Mieter überwälzt werden |
| Mieterinnen und Mieter zahlen für Solarstrom weniger als für Netzstrom, wenn die Pauschale gewählt wird | Auf den Ort der Produktion begrenzt: Was das Haus nicht braucht, geht zum Einspeisetarif ins Netz |
Kurz: Ein ZEV lohnt sich, wenn das Gebäude einen grossen Teil des Solarstroms selbst verbraucht und jemand die Abrechnung zuverlässig übernimmt. Produziert die Anlage deutlich mehr, als das Haus braucht, ist die LEG die bessere Ergänzung.
vZEV: die nächste Stufe nach ZEV
Der virtuelle Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, kurz vZEV, ist seit 2025 erlaubt. Auf der Niederspannung (unter 1 kV) dürfen seither die Anschlussleitungen und der gemeinsame Netzanschlusspunkt für den Eigenverbrauch genutzt werden (EnV Art. 14 Abs. 3). So können zum Beispiel benachbarte Häuser, die an derselben Verteilkabine angeschlossen sind, ohne neue Leitungen einen gemeinsamen Eigenverbrauch bilden. Was ein vZEV kostet, wer ihn gründen darf und wie die Abrechnung läuft, steht im Detail im vollständigen Guide.
Vereinfacht: Ein vZEV funktioniert wie ein ZEV. Statt eines physischen Hauptzählers addiert der Netzbetreiber die Messwerte der beteiligten Anschlüsse zu einer virtuellen Hauptmessung. Die übrigen Rechte und Pflichten sind dieselben wie beim ZEV.
Praktisch gesehen ist der vZEV die Zwischenstufe zwischen ZEV (ein Gebäude) und LEG (ganze Gemeinde). Für viele Eigentümer mit mehreren benachbarten Liegenschaften ist er der schnellste Weg, vorhandenen Überschuss aus einem Gebäude in einem zweiten zu nutzen — ohne auf den breiteren LEG-Markt zu warten. Wer beides kombinieren will (vZEV intern, LEG für den Rest), kann das tun. vZEV gründen: Voraussetzungen, Kosten und die vier Schritte → Vollständiger Vergleich ZEV vs. vZEV vs. LEG →
ZEV, vZEV oder LEG — wann was?
Hier lohnt sich ehrliche Einordnung. Ein ZEV ist eine gute Wahl in einem klar definierten Fall. In anderen Fällen gibt es Besseres.
«Wenn deine Anlage mehr produziert als dein Gebäude verbraucht — oder wenn du Nachbarn in der Gemeinde hast, die günstigeren Strom wollen — ist die LEG die stärkere Option.»
ZEV und LEG im Vergleich
Der Entscheider oben führt durch dieselbe Abwägung; die Tabelle unten fasst sie als Kriterien zusammen. Was sich für viele Produzenten seit Januar 2026 spürbar auswirkt, ist vor allem relevant, wenn Überschuss nicht mehr im Gebäude hängen bleibt.
| Kriterium | ZEV | LEG |
|---|---|---|
| Wer kann mitmachen | Nur Bewohner deines Gebäudes | Jeder Haushalt oder Betrieb in deiner Gemeinde |
| Was du pro kWh verdienst | Bis 80 % des lokalen Tarifs (Pauschale) | ~15 Rp. — aber auf einen viel grösseren Abnehmerkreis |
| Was mit Überschuss passiert | Einspeisung, 2025 im Mittel 5.56 Rp./kWh | Lokal verkauft zu ~15 Rp./kWh (55% absorbiert) |
| PV-Anlage nötig | Ja — du musst Eigentümer sein | Ja — aber Verbraucher können ohne Panels beitreten |
| Eigentümer-Einigung nötig | Ja — die Grundeigentümer schliessen eine Vereinbarung | Nein — einzelne Einheiten treten selbstständig bei |
| Netzrabatt für Mitglieder | Kein Netzentgelt auf Solarstrom im Haus, Netzstrom zum normalen Tarif | Ja — 20–40% Netzgebührenrabatt für Verbraucher |
| Über mehrere Gebäude hinweg | Nein (vZEV schon, mit Bedingungen) | Ja — gesamte Gemeinde |
| Aufwand Einrichtung | Mittel — Zähler, Eigentümerbeschluss, Abrechnung | Gering mit UpGrid — einmal unterschreiben, wir machen den Rest |
Der wichtigste Unterschied in einfachen Worten: Ein ZEV ist durch den Verbrauch deines Gebäudes begrenzt. Wenn deine Anlage 10'000 kWh produziert und dein Gebäude intern nur 4'000 kWh aufnimmt, gehen die verbleibenden 6'000 kWh zum Einspeisetarif ins Netz (2025 im Mittel 5.56 Rp., mindestens 6 Rp. für Anlagen unter 30 kW). In einer LEG erreichen diese 6'000 kWh Nachbarn, die sie brauchen — zu ~15 Rp.
Und die beiden Modelle schliessen sich nicht aus. Ein bestehendes ZEV kann einer LEG beitreten und seinen Überschuss der weiteren Gemeinschaft anbieten — du bekommst beides: interne Effizienz und Reichweite im Quartier.
Wähle ZEV wenn: dein Gebäude mehrere Einheiten hat, PV bereits vorhanden oder geplant ist, und alle Eigentümer einverstanden sind. Einfach, etabliert, funktioniert heute.
Wähle LEG wenn: deine Anlage mehr produziert als dein Gebäude aufnimmt, du den Ertrag auf den Überschuss maximieren willst, oder die Eigentümer-Einigung für ein ZEV fehlt. UpGrid übernimmt die gesamte Einrichtung.
Beides wenn: du ein funktionierendes ZEV hast und Überschuss über das Gebäude hinaus verkaufen willst. Die Modelle sind kombinierbar.
ZEV für Mieterinnen und Mieter
Als Mieterin oder Mieter bist du in einer anderen Position als Eigentümer. Hier das Wichtigste:
Gemeinden können ihre eigenen Gebäude wie Gemeindehaus, Schulen und Turnhallen in einer LEG verbinden und den eigenen Solarstrom zwischen ihnen teilen. Später lässt sich die Gemeinschaft für die Bevölkerung öffnen.
Häufig gestellte Fragen zu ZEV
Nächste Schritte
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ZEV vs. LEG vs. vZEV — vollständiger Vergleich aller drei Modelle →
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