Solarstrom verkaufen
in der Schweiz 2026:
Was bringt am meisten?
Feed-in Tarif, LEG oder ZEV — drei Wege, dein Solarpotenzial zu monetarisieren. Seit 2026 gelten neue Regeln. Die Zahlen zeigen klar, welcher Weg für Produzenten am meisten einbringt.
Du hast eine Solaranlage. Sie produziert mehr als du selbst verbrauchst. Die Frage ist: Was machst du mit dem Überschuss — und was ist dein Strom überhaupt wert?
Bis 2025 war die Antwort einfach: Einspeisung ins Netz, jährlicher Referenzmarktpreis, fertig. Seit Januar 2026 ist das Modell komplexer — und für viele Produzenten deutlich weniger attraktiv. Gleichzeitig gibt es seit 2026 erstmals eine echte Alternative: die Lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG), bei der du deinen Strom direkt an Nachbarn verkaufst, zum selbst verhandelten Preis.
Dieser Artikel erklärt alle drei Optionen, zeigt die echten 2026-Zahlen, und hilft dir entscheiden, was für deine Anlage am meisten bringt.
Was sich ab 2026 geändert hat — und warum es wichtig ist
Das neue Stromversorgungsgesetz (StromVG) hat drei fundamentale Änderungen für Solarproduzenten gebracht:
Vergleich der drei Optionen — mit echten Zahlen
Referenzmarktpreis 2026 — aktuelle Quartalswerte
Die Zahlen unten sind nicht der Strompreis, den du für Bezug vom Netz bezahlst. Es sind die Rappen pro Kilowattstunde, die dir dein Netzbetreiber für eingespeisten Überschuss ins öffentliche Netz vergütet (Referenzmarktpreis / Rückliefervergütung nach den Quartalsregeln). Nur exportierte kWh zählen hier — Eigenverbrauch ist ökonomisch ein eigener Hebel.
Jede Spalte ist ein Kalenderquartal 2026. Die Ø-Vergütung pro eingespeister kWh ist typischerweise in Q1 und Q4 höher (weniger Solarangebot am Markt) und in Q2–Q3 tiefer (viel PV drückt Spotpreise). Das bedeutet nicht automatisch, dass du «jedes Quartal weniger verdienst»: im Sommer speist du oft mehr kWh zu einem tieferen Satz ein, im Winter weniger kWh zu einem höheren — der Jahrestotal hängt von Preis und Menge ab.
Veröffentlichte BFE-Referenzwerte für PV (≤30 kW): Q1 2026 unten; viele Produzenten erhalten zusätzlich eine HKN-Vergütung des Netzbetreibers (kein einheitlicher bundesweiter Gesamtwert — beim eigenen VNB erfragen).
+ HKN VNB; Min. ≤30 kW: 6 Rp.
tiefere Marktpreise erwartet
Solar im Netz → tief
Solar, höhere Preise
Q1 (wenig Solarproduktion) liegt der BFE-Referenzwert höher als in den Sommerquartalen; Q2–Q3 dürften beim Basispreis etwa 6–9 Rp. liegen — du produzierst am meisten, wenn der Marktpreis typischerweise am tiefsten ist. Der Jahresdurchschnitt der Basisvergütung liegt für viele Anlagen eher bei 7–9 Rp./kWh — zuzüglich allfälliger HKN-Bezahlung durch den VNB.
Die drei Optionen im Detail
| Kriterium | Feed-in ins Netz | ZEV (Gebäude) | LEG (Quartier) |
|---|---|---|---|
| Vergütung Überschuss | ~6–11 Rp./kWh (quartalsweise) | Eigenverbrauch ersetzt 27.7 Rp./kWh Netzstrom | ~13–18 Rp./kWh (selbst verhandelt, Richtwert ~15 Rp.) |
| Abnehmerkreis | Netz — anonymisiert | Bewohner desselben Gebäudes | Gesamte Gemeinde / Quartier |
| Preisrisiko | Hoch — schwankt mit Spotmarkt | Mittel — Eigenverbrauchsquote | Niedrig — Preis selbst festgelegt |
| Netzrabatt | – | Intern (keine Netzgebühr intern) | 20–40% Rabatt für Verbraucher |
| 70%-Einspeiselimit | Betroffen | Teilweise betroffen | Lokaler Verbrauch zählt nicht als Einspeisung |
| Verwaltungsaufwand | Sehr gering | Mittel (Abrechnung intern) | Minimal mit Upgrid als Betreiber |
| Für wen geeignet | Alle mit PV, keine Nachbarschaft | Mehrfamilienhäuser, STWEG | PV-Besitzer mit Nachbarn in derselben Gemeinde |
Option 1: Feed-in Einspeisung — das klassische Modell
Du produzierst mehr als du verbrauchst, der Überschuss geht ins öffentliche Netz. Dein Netzbetreiber vergütet dir den Strom zum vierteljährlich ermittelten Referenzmarktpreis.
Das Grundproblem: Der Preis ist am tiefsten, wenn am meisten produziert wird. Sommersolar trifft auf tiefe Spotpreise, weil alle gleichzeitig einspeisen. Das ist strukturell — und ändert sich 2026 nicht.
Standorte ohne LEG-taugliche Nachbarn in derselben Gemeinde (oder ohne Abnehmer für den Überschuss), sehr kleine Anlagen, bei denen ein Modellwechsel sich nicht lohnt, oder wer bewusst nur die Standard-Einspeisung möchte. Mit einer LEG musst du keine Freizeit in eine Bürgernetzgemeinschaft investieren — mit einem Betreiber wie Upgrid läuft der Betrieb für dich, ohne ehrenamtlichen Vorstand.
Option 2: ZEV — lokal, aber nur im Gebäude
Der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) ist seit 2018 möglich. Alle Bewohner eines Gebäudes teilen sich die PV-Anlage — der selbst produzierte Strom wird intern verteilt, erst was übrig bleibt geht ins Netz.
Der wirtschaftliche Vorteil ist real: Intern verbrauchter Solarstrom ersetzt Netzstrom, der 27.7 Rp./kWh kostet — deutlich mehr als der Feed-in Tarif. Der Nachteil: Du bist auf das eigene Gebäude beschränkt.
LEG ist nicht in jedem Fall besser als ZEV. ZEV ist oft am stärksten, wenn fast die ganze Produktion im gleichen Gebäude verbraucht wird (MFH / STWEG): interne kWh ersetzen Netzstrom zum Detailhandelspreis (~27.7 Rp./kWh im ElCom-Median 2026), nur der Rest wird zum Feed-in vergütet. LEG lohnt, wenn ein grosser Teil der Produktion das Gebäude verlässt und in der Gemeinde zu einem verhandelten Preis (oft ~13–18 Rp./kWh) verkauft werden kann statt zum tiefen Sommer-Feed-in. Viele Liegenschaften machen beides: ZEV für internes Teilen, LEG für Überschuss ausserhalb des Gebäudes. Die beiden Modelle schliessen sich nicht aus — ein bestehendes ZEV kann einer LEG beitreten und seinen Überschuss einbringen.
Vollständiger ZEV-Guide: ZEV Schweiz 2026 erklärt →
Option 3: LEG — der neue Weg für mehr
Seit Januar 2026 kannst du deinen Solarstrom über das öffentliche Netz direkt an Haushalte in deiner Gemeinde oder deinem Quartier verkaufen.
Warum LEG mit jedem neuen Mitglied stärker wird
Eine lokale Elektrizitätsgemeinschaft ist kein fester Personenkreis. Je mehr Produzenten und Konsumenten einer LEG beitreten, desto robuster wird das Netz: mehr potenzielle Abnehmer für Mittagssolar, mehr Abnahme, mehr Akzeptanz. Diese Rückkopplung — attraktiver Strom zieht Mitglieder an, mehr Mitglieder machen lokales Angebot nützlicher — ist dieselbe Flywheel-Idee, die wir im Artikel zum Zinseszins‑Effekt in Solar-Gemeinschaften ausführen.
Zum Artikel: Flywheel & Netzwerkwachstum bei Solar‑Communities →
«Du produzierst denselben Strom. Du entscheidest, ob du ihn für 8 Rappen oder für 15 Rappen verkaufst.»
Was brauchst du für eine LEG als Produzent?
Wie viel Meldebürokratie — und wer macht das?
Das ist die Frage, die Produzenten am meisten beschäftigt. Die ehrliche Antwort: Eine LEG alleine aufzubauen ist aufwendig — Anmeldung beim Netzbetreiber, Messkonzept validieren, Abrechnungssystem einrichten, monatliche Abrechnung. Das ist der Grund, warum Betreiber existieren. Mit Upgrid investierst du als Produzent keine laufende Zeit in Meldungen, Messdaten oder Auszahlungen — das übernimmt der Betreiber.
| Aufgabe | Produzent selbst | Mit Upgrid |
|---|---|---|
| Anmeldung beim VNB | Aufwendig, Formulare, Fristen | Upgrid übernimmt |
| Smart Meter Koordination | Eigene Abklärung mit VNB | Upgrid koordiniert |
| Messdatenverarbeitung (15-Min) | Eigene Software nötig | Upgrid Plattform |
| Monatliche Abrechnung | Manuell oder eigenes System | Automatisiert via Upgrid |
| Produzentenvergütung | Muss selbst abgerechnet werden | Upgrid zahlt monatlich aus |
| Compliance (StromVG) | Eigene Rechtsverantwortung | Upgrid stellt sicher |
Fazit: Was lohnt sich wirklich?
Die Zahlen lassen wenig Interpretationsspielraum. Für einen Produzenten mit Nachbarn in derselben Gemeinde bringt eine LEG strukturell mehr als reine Einspeisung — unabhängig von der Anlagengrösse.
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